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Franken

Sehenswürdigkeiten in Franken

Sehenswürdigkeiten, Sagen & Kultur – die Stopps, die eine Tour erst rund machen.

Bergbau & Welterbe

Sehenswürdigkeiten in Franken: Welterbe-Städte, Burgen und Karsthöhlen

Franken verbindet fahrerisches Vergnügen mit einer dicht bebauten Kulturlandschaft. Auf engem Raum liegen drei Städte von Weltrang, ein Reigen aus Burgen und Wallfahrtskirchen sowie markante Naturziele – alle in Tagesetappen erreichbar.

Bamberg – Weltkulturerbe an der Regnitz

Die Altstadt von Bamberg steht seit 1993 auf der Liste des UNESCO-Welterbes, weil sie die Struktur einer mitteleuropäischen Stadt des Mittelalters in besonderer Weise bewahrt hat. Die Entwicklung lässt sich an den drei historischen Bezirken Bergstadt, Inselstadt und Gärtnerstadt ablesen. Das fotogene Alte Rathaus, auch Brückenrathaus genannt, steht mitten in der Regnitz auf einer künstlichen Insel und ist über zwei Brücken erreichbar; im Inneren beherbergt es die Porzellansammlung Ludwig. Die Bamberger Altstadt ist großräumig für den Autoverkehr gesperrt – mit dem Motorrad parkt man am besten in der Tiefgarage Geyerswörthstraße oder am Schillerplatz und geht die letzten Meter zu Fuß. Ein Standplatz für die Maschine sollte legal und im Blick sein; die engen Gassen sind reizvoll, aber kein Abstellort.

Würzburg – Residenz und Festung Marienberg

Die Würzburger Residenz gehört seit 1981 zum UNESCO-Welterbe. Der spätbarocke Bau wurde 1744 von Balthasar Neumann vollendet; das Treppenhaus mit dem Deckenfresko des Venezianers Giovanni Battista Tiepolo gilt als Höhepunkt europäischer Barockmalerei. Hoch über dem linken Mainufer thront die Festung Marienberg, rund 100 Meter über dem Fluss, einer der ältesten deutschen Herrschaftssitze mit über tausend Jahren fränkischer Geschichte. Würzburg liegt am westlichen Rand Frankens und bietet sich als Start oder Ziel der Mainschleifen-Runde an.

Nürnberg – Kaiserburg

Die Kaiserburg Nürnberg ist das Wahrzeichen der Stadt und eine der bedeutendsten Kaiserpfalzen des Mittelalters. Nürnberg liegt verkehrsgünstig im Süden Frankens und ist der natürliche Anfahrtspunkt für die Fränkische Schweiz – von hier sind es nur wenige Kilometer bis zu den ersten Tälern.

Burgen und Felsendörfer der Fränkischen Schweiz

Pottenstein wird von der Burg Pottenstein überragt, die als älteste Burg der Fränkischen Schweiz gilt und über tausend Jahre alt ist. Berühmt wurde sie durch die heilige Elisabeth von Thüringen, die hier 1227/1228 Zuflucht fand; an sie erinnert ein Gedenkzimmer im ältesten Teil des Palas. Wenige Kilometer weiter erhebt sich über Gößweinstein die Basilika Gößweinstein, zwischen 1730 und 1739 nach Plänen Balthasar Neumanns errichtet – Deutschlands größter Dreifaltigkeitswallfahrtsort und das geistliche Zentrum der Region. 1948 verlieh Papst Pius XII. der Kirche den Ehrentitel „Basilica minor". Beide Orte haben am Ortsrand Parkmöglichkeiten; in den engen Ortskernen ist Schritttempo Pflicht.

Walberla – der mystische Berg

Die Ehrenbürg, im Volksmund Walberla, ist einer der beliebtesten Aussichtspunkte der Fränkischen Schweiz und liegt bei Forchheim. Der Tafelberg ist über kleine Landstraßen gut anzufahren; die Maschine bleibt am Parkplatz, hinauf geht es zu Fuß. Oben stehen eine kleine, der heiligen Walburga geweihte Kapelle und ein Rundblick, der das ganze Wiesenttal erfasst.

Teufelshöhle Pottenstein

Die Teufelshöhle bei Pottenstein ist die größte der rund tausend Höhlen der Fränkischen Schweiz und eine der schönsten Schauhöhlen Deutschlands. Sie ist etwa 3.000 Meter lang; der geführte Rundgang von rund 45 Minuten erschließt etwa 800 Meter. Reicher Tropfsteinschmuck und gleichbleibend kühle Temperaturen machen sie zum idealen Stopp an heißen Tagen. Parkplätze liegen direkt am Höhleneingang, gut erreichbar von der B470.

Kultur & Sagen

Fränkische Sagen: Walberla, Hexenberg und Teufelshöhle

Die Karstlandschaft mit ihren Felstürmen, Höhlen und einsamen Burgen hat über Jahrhunderte einen reichen Sagenschatz hervorgebracht. Die folgenden Erzählungen sind Überlieferung, kein belegtes Geschehen – sie erklären aber, warum bestimmte Felsen, Höhlen und Berge ihre Namen tragen.

Das Wasserschloss Mespelbrunn mit rundem Turm hinter Bäumen
Wasserschloss Mespelbrunn im Spessart

Am bekanntesten ist das Walberla, das in vielen Erzählungen als „Hexenberg" gilt. Der Sage nach war die Ehrenbürg in germanischer Zeit ein Sitz der Götter und galt später, im Mittelalter und in der frühen Neuzeit, als Zufluchtsort von Hexen und Dämonen – besonders in der Walpurgisnacht. Der Überlieferung nach soll die heilige Walburga die dort hausenden Hexen und Dämonen gezwungen haben, beim Bau der Kapelle zu helfen; im Gegenzug, so heißt es, durften sie in der Walpurgisnacht ihr Unwesen treiben. Eine alte Sage erzählt zudem, am östlichen Fuß des Berges habe in grauer Vorzeit eine große Stadt gestanden, mit einer prächtigen Burg dort, wo heute die Kapelle steht.

In der Teufelshöhle bei Pottenstein hat der Sage nach der Riese Goliath über viele Jahrtausende sein Quartier in den großen Hallen bezogen. Schon der Name der Höhle verweist auf die schaurige Vorstellung früherer Zeiten, dass solche dunklen Schlünde Wohnstatt unheimlicher Wesen seien. Tatsächlich fanden sich in der Höhle Knochen längst ausgestorbener Tiere – darunter Höhlenbären –, was die Fantasie der Menschen über Generationen beflügelt hat.

Die ganze Region ist durchzogen von Erzählungen über versunkene Schätze, weiße Frauen und nächtliche Geistererscheinungen. Vom Walberla berichtet eine alte Sage, die Fruchtbarkeitsgöttin Nerthus habe dort ihren goldenen Pflug vergraben. Solche Geschichten wurden mündlich weitergegeben und sind heute in örtlichen Sagensammlungen festgehalten. Damit hängt an mancher Felswand am Straßenrand mehr als Geologie. Im stillen Ailsbachtal, an dessen Hängen Burgruinen aus dem Dolomit ragen, lässt sich der Ursprung solcher Erzählungen im Vorbeifahren nachvollziehen.

Sehenswert

Bier, Burgen & Geschichte: lohnende Stopps für Regentage

Wenn der Himmel zumacht, liegen in Franken überdachte Ziele in jeder Himmelsrichtung: von der Brauereiwirtschaft über die Schauhöhle bis zum Barockschloss.

Das Bierland mit Weltrekord

Oberfranken hat die höchste Brauereidichte der Welt: Auf rund eine Million Einwohner kommen weit über 150 Brauereien, statistisch eine Brauerei je gut 6.000 Einwohner. In der gesamten Region Franken zählt man mehrere hundert Brauereien, allein in der Fränkischen Schweiz über 70 familiengeführte Betriebe. Spitzenreiter ist die kleine Gemeinde Aufseß im Landkreis Bayreuth: Mit vier Privatbrauereien auf rund 1.400 Einwohner steht der Ort seit 2001 im Guinnessbuch der Rekorde als Gemeinde mit der höchsten Brauereidichte weltweit gemessen an der Einwohnerzahl. Wer das zu Fuß erleben will, ohne aufs Motorrad zu steigen, findet hier den ursprünglichen Brauereienweg über rund 14 Kilometer und etwas weiter südlich bei Gräfenberg und Weißenohe den rund 10 Kilometer langen Fünf-Seidla-Steig, der fünf Privatbrauereien verbindet. Beide eignen sich perfekt für einen fahrfreien Regentag – mit dem Bier aber bitte erst, wenn die Maschine für den Tag steht.

Forchheim und der Kellerwald

In Forchheim liegt mit dem Kellerwald einer der größten Biergärten der Welt: 23 Bierkeller auf rund 20.000 Quadratmetern. Das unterirdische Labyrinth aus kilometerlangen Sandsteingängen diente über 400 Jahre der kühlen Bierlagerung. Aus genau dieser Lagerkultur entstand das traditionsreiche Annafest, dessen Wurzeln bis 1840 zurückreichen, als der Forchheimer Schützenverein sein Hauptschießen in den Kellerwald verlegte. Führungen erklären die Geschichte der Keller – überdacht, kühl und auch bei Schlechtwetter ein lohnendes Ziel.

Höhlen für den Regentag

Drei öffentlich erschlossene Schauhöhlen bieten Schutz vor Wetter und Hitze. Die Teufelshöhle bei Pottenstein ist die größte. Die Binghöhle bei Streitberg gilt als Deutschlands größte Tropfstein-Ganghöhle und ist nach dem Nürnberger Unternehmer Ignatz Bing benannt, der ihre Erschließung förderte. Die Sophienhöhle im Ailsbachtal bei der Burg Rabenstein ist die älteste urkundlich erwähnte Höhle der Frankenalb; ihre dritte Halle misst rund 42 mal 25 Meter und zählt zu den größten Höhlenräumen Frankens. Bekannt wurde die Sophienhöhle 1833 durch die Entdeckung tropfsteingeschmückter Kammern; ausgestellt ist ein nahezu vollständiges Höhlenbären-Skelett.

Innenräume: Residenzen, Klöster und Burgmuseen

Bei den großen Bauten entscheidet der Regentag darüber, ob man hinein- statt nur hinfährt: Das Treppenhaus der Würzburger Residenz, die Ausstellungsräume der Festung Marienberg, die Kaiserburg Nürnberg und die Elisabeth-Ausstellung der Burg Pottenstein tragen jeweils mehrere Stunden. Im Steigerwald lohnt das ehemalige Zisterzienserkloster Ebrach mit seiner frühgotischen Klosterkirche und den Barockbauten. Und das Burgeninformationszentrum auf der Burgruine Altenstein in den Haßbergen erschließt eine der burgenreichsten Regionen Deutschlands mit über 40 Zeugnissen einstiger Adelskultur.

Sehenswert

Naturstopps zwischen Wiesenttal und Volkacher Mainschleife

Franken ist landschaftlich erstaunlich vielfältig, und die schönsten Pausen liegen oft direkt an der Strecke. In der Fränkischen Schweiz prägen bizarre Felstürme aus Dolomit das Bild – sie ragen an den Hängen des Wiesenttals auf, sind ein Magnet für Kletterer und ein dankbares Fotomotiv. Wer an einem der zahlreichen Parkstreifen entlang der B470 hält, blickt auf eine Kulisse, die der Region ihren Beinamen eingebracht hat. Die Wiesent selbst führt klares, kühles Wasser und hält das Tal an heißen Tagen spürbar frischer als die Hochflächen darüber.

Das Ailsbachtal zwischen Waischenfeld und Doos gehört zu den stilleren Ecken: Hoch über der Rabenecker Mühle erheben sich die Mauern der Burg Rabeneck auf zerklüftetem Dolomit. Der Promenadenweg durchs Tal ist einer der ältesten Wanderwege der Region, gesäumt von Felsformationen und Höhlen mit immer neuen Blicken auf die Burg Rabenstein. Wer das Motorrad kurz stehen lässt, kann hier in wenigen Minuten ein Stück unberührter Karstlandschaft erlaufen.

Im Frankenwald wechseln sich dichte Hochplateaus mit waldreichen Tälern ab – ruhige Natur mit weiten Ausblicken über die bewaldeten Höhen. Das Tempo fällt dort von selbst, weil sich hinter jeder Kuppe ein neuer Blick öffnet. Im Westen führen die Main-Täler durch das fränkische Weinland: An der Volkacher Mainschleife windet sich der Fluss durch ein weites Tal voller Weinberge. Von der Vogelsburg bei Escherndorf, rund 100 Meter über dem Fluss, liegen einem die Weinorte Volkach, Nordheim und Escherndorf zu Füßen; deren Lagen zählen zu den bekanntesten Frankens. Von der Aussichtsplattform terroir f bei Volkach ist die Flussschleife in ihrer ganzen Länge zu sehen.

Pausenplätze gibt es reichlich – an den Aussichtspunkten, an Brauereigasthöfen und an den Parkstreifen entlang der Talstrecken. Wer eine längere Rast einlegt, sollte die Maschine in den Schatten stellen, denn die Sommernachmittage in den tiefer gelegenen Weinlagen am Main gehören zu den heißesten der Region.

Ober-, Mittel- und Unterfranken: drei Reviere mit eigenem Takt

Die drei fränkischen Bezirke sind Verwaltungseinheiten, aber sie beschreiben erstaunlich genau, was einen fahrerisch erwartet. Oberfranken liefert die höchste Kurvendichte pro Kilometer: Jura-Dolomit im Süden, Schiefer im Norden, dazwischen ein enges Raster aus Talstrecken und kurzen Rampen. Die Ortsabstände sind gering, die Strecken selten länger als zehn Kilometer am Stück ohne Abzweig — hier plant man in Schleifen, nicht in Geraden.

Mittelfranken fährt sich weiter. Zwischen Aisch, Rednitz und Altmühl dominiert Sandsteinkeuper: sanft gewellte Hochflächen, lange Sichtachsen, dazwischen Waldriegel und die Teichlandschaft des Aischgrunds, wo die Straßen zwischen hunderten Karpfenweihern verlaufen und im Herbst jeder zweite Gasthof den Karpfen auf der Karte hat. Der Ballungsraum Nürnberg–Fürth–Erlangen zerschneidet den Bezirk in der Mitte; wer ihn nicht braucht, umfährt ihn großräumig im Westen über die Frankenhöhe oder im Osten über die Albhochflächen.

Unterfranken ist das milde Drittel. Der Main gibt die Richtung vor, Muschelkalk und Buntsandstein prägen die Hänge, und die Weinlagen liegen so windgeschützt, dass die Saison hier früher beginnt und später endet als im fränkischen Osten. Wer die drei Bezirke in einer Woche verbinden will, braucht dafür keine Autobahn: Von den Schieferhöhen im Norden bis in die Weinberge am Main sind es Landstraßenetappen, die sich an einem Tag fahren lassen — und genau dieser schnelle Wechsel des Untergrunds, der Vegetation und der Bauweise macht den Reiz aus.

Felsentäler der Frankenalb und die Kunst, dem Samstag auszuweichen

Die Fränkische Schweiz ist nur der bekannteste Ausschnitt eines viel größeren Karstgebiets. Der Jurazug zieht sich weit nach Norden und Südosten, und dort sind dieselben Zutaten zu finden: eingeschnittene Täler mit senkrechten Dolomitwänden, kurze steile Auffahrten und oben eine karge Hochfläche, auf der die Flüsse fehlen. Diese Trockentäler sind eine Eigenheit des Karsts — das Wasser versickert im Kalk und tritt weiter unten in Quelltöpfen wieder aus. Fahrerisch: oben lange, offene Bögen ohne Bebauung, unten enge Talführung mit Ortsdurchfahrten im Minutentakt.

Wer an einem schönen Samstag nicht im Ausflugsverkehr stehen will, verlegt sich auf die Ränder. Im Norden, um Weismain, liegt mit dem Kleinziegenfelder Tal ein Felsental, das dem Kernrevier landschaftlich in nichts nachsteht, aber deutlich weniger Publikum hat; vom Görauer Anger reicht der Blick über die Albkante hinaus ins Obermainland. Südöstlich von Nürnberg schließt die Hersbrucker Alb an — das Hirschbachtal mit seinen freistehenden Felsnadeln, die Burg Hohenstein auf dem Bergrücken darüber, dazu das Pegnitztal und die weiten Waldstrecken des Veldensteiner Forsts.

Die zweite Stellschraube ist die Uhrzeit. Die Talstrecken sind vormittags leer und ab dem späten Vormittag voll; die Hochflächen bleiben den ganzen Tag ruhig. Eine Runde, die früh die Täler nimmt und mittags nach oben wechselt, fährt dieselben Kilometer mit halbem Gegenverkehr.

Jurahochflächen, Limes und Altmühltal im Süden

Südlich von Nürnberg läuft die Frankenalb breit aus. Der Naturpark Altmühltal reicht von Gunzenhausen bis nach Kelheim an die Donau und ist einer der größten Naturparks Deutschlands. Die Altmühl selbst fließt auffällig langsam und mäandriert in einem viel zu breiten Tal — geformt hat es die Urdonau, nicht der heutige Fluss. Über den Talhängen stehen weiße Kalkwände und Wacholderheiden, oben liegen die Jurahochflächen mit ihren langen, kaum bebauten Verbindungen.

Zwei Themen prägen die Gegend. Erstens das Gestein: Bei Solnhofen wird seit Jahrhunderten Plattenkalk gebrochen, in dem einige der berühmtesten Fossilien überhaupt gefunden wurden, darunter Exemplare des Urvogels Archaeopteryx. Die aufgelassenen Brüche liegen offen in der Landschaft, oberhalb ragt die Felsgruppe der Zwölf Apostel aus dem Hang. Zweitens die Römer: Der Rätische Limes zieht quer durch Mittelfranken und gehört seit 2005 zum UNESCO-Welterbe. In Weißenburg sind Kastell und römische Thermen freigelegt, hoch über der Stadt liegt mit der Wülzburg eine sternförmige Renaissancefestung, deren Auffahrt allein die Umleitung wert ist. Weiter westlich steht der Hesselberg, mit 689 Metern die höchste Erhebung Mittelfrankens und über eine Straße bis fast auf die Kuppe erschlossen; der Rundblick reicht bei klarer Luft bis zur Schwäbischen Alb.

Main, Wein und Bierkeller: Franken als Genussrevier

Der Main gibt Unterfranken seine Form. Zwischen Gemünden, Würzburg und Schweinfurt beschreibt er das Maindreieck, weiter westlich am Untermain das Mainviereck. Beide Abschnitte fährt man am besten auf den Uferstraßen ab und wechselt zwischendurch auf die Höhen, weil erst von oben zu sehen ist, wie eng die Schleifen wirklich liegen.

Weinorte und Gesteinswechsel

Der Untergrund entscheidet, was im Glas ist. Am Untermain um Miltenberg, Bürgstadt und Klingenberg steht Buntsandstein, entsprechend rot ist der Wein; im Maindreieck bestimmt Muschelkalk die Steillagen, in denen der Silvaner zu Hause ist; am Steigerwaldrand um Iphofen und Castell folgt Keuper. Abgefüllt wird traditionell in den flachen, bauchigen Bocksbeutel. Die Weinorte selbst sind eng gebaut: Sulzfeld am Main hat seinen kompletten Mauerring behalten, Marktbreit, Ochsenfurt und Sommerhausen ihre Tore und Fachwerkzeilen. Der Marktplatz von Miltenberg mit dem Aufgang zum Schnatterloch gehört zu den geschlossensten Fachwerkensembles am Fluss.

Brauereien als Etappenraster

Weiter östlich löst das Bier den Wein ab. Für die Tourenplanung ist die fränkische Brauereidichte weniger ein Trinkthema als ein Infrastrukturthema: In vielen Dörfern ist die Brauerei der einzige Gasthof, und viele dieser Betriebe schenken ausschließlich im eigenen Haus aus — was man dort trinkt, bekommt man zwanzig Kilometer weiter nicht mehr. Typisch ist das ungespundete Kellerbier, in Bamberg das über Buchenholz gedarrte Rauchbier, in Kulmbach die kräftigen Lagerbiere. Dazu kommt die Kellerkultur: Der „Keller" ist in Franken kein Raum, sondern ein Biergarten über einem in den Sandstein getriebenen Lagerkeller, meist beschattet von alten Kastanien. Die Erlanger Bergkirchweih ist die größte Veranstaltung dieser Art. Zwei praktische Hinweise: Die kleinen Betriebe haben feste Ruhetage, und die Küche endet oft am frühen Abend — wer spät ankommt, steht vor verschlossener Tür. Alkoholfreies Weizen und Brotzeit gibt es überall, das Schäufele ist die verbreitetste warme Alternative.

Landschafts-Highlights, die du mit dem Motorrad erreichst

Kreuzberg mit Kloster Kreuzberg (Rhön)

Der 928 Meter hohe Kreuzberg ist einer der höchsten Berge der bayerischen Rhön und einer der bekanntesten Motorrad-Treffpunkte Frankens. Das Franziskanerkloster darunter braut sein Bier seit 1731 in der eigenen Brauerei.

Anfahrt
Über kurvige Zufahrten von Bischofsheim in der Rhön oder von Wildflecken herauf (jeweils rund 6 bis 7 km), am Rand der Hochrhönstraße.
Motorrad-Parken
Große gebührenpflichtige Parkflächen unterhalb des Klosters, auf denen an schönen Tagen viele Maschinen stehen.
Öffnungszeiten
Klostergelände und Wallfahrtskirche frei zugänglich; Klostergaststätte und Biergarten mit eigenen Zeiten.
Höhe/Aussicht
Kloster auf rund 864 m, Gipfel 928 m mit Fernblick über die Hochrhön

Residenz Würzburg

Balthasar Neumanns barockes Hauptwerk und seit 1981 UNESCO-Welterbe. Über dem freitragenden Treppenhaus spannt sich das größte zusammenhängende Deckenfresko der Welt von Giovanni Battista Tiepolo.

Anfahrt
Im Osten der Würzburger Altstadt am Residenzplatz, gut erreichbar über A3 und A7.
Motorrad-Parken
Motorradstellplätze in der Innenstadt begrenzt; nahe Parkhäuser oder ausgewiesene Zweiradflächen nutzen.
Öffnungszeiten
Täglich: April bis Oktober 9 bis 18 Uhr, November bis März 10 bis 16:30 Uhr; Innenräume kostenpflichtig, Hofgarten frei zugänglich.

Basilika Vierzehnheiligen

Rokoko-Wallfahrtskirche von Balthasar Neumann auf einer Anhöhe über dem oberen Maintal, mit Blick hinüber zum Kloster Banz im „Gottesgarten am Obermain".

Anfahrt
Rund 7 km oberhalb von Bad Staffelstein, ausgeschildert; Zufahrt über die A73 (Ausfahrt Bad Staffelstein bzw. Lichtenfels).
Motorrad-Parken
Gebührenpflichtige Parkflächen direkt vor der Basilika, motorradtauglich.
Öffnungszeiten
Kirche frei zugänglich; Sommer (1. Mai bis 30. Sept.) 6:30 bis 19 Uhr, Winter (1. Okt. bis 30. April) 7:30 bis 17 Uhr.
Höhe/Aussicht
Auf einer Anhöhe über dem Maintal, Panorama zum gegenüberliegenden Kloster Banz

Großer Brombachsee (Fränkisches Seenland)

Mit rund 870 Hektar der größte See im Fränkischen Seenland und ein klassischer Foto-Stopp. Auf dem Wasser fährt der 46 Meter lange Trimaran „MS Brombachsee".

Anfahrt
Zwischen Pleinfeld und Absberg im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen; kurvige Zufahrten über Absberg und Enderndorf.
Motorrad-Parken
Ausgewiesene Parkplätze an den Anlegern Ramsberg, Absberg, Enderndorf und Pleinfeld.
Öffnungszeiten
Seeufer und Uferwege frei zugänglich; Schifffahrt saisonal.
Höhe/Aussicht
Uferpanorama; vom Höhenweg oberhalb Absberg Blick über Großen und Kleinen Brombachsee

Felsendorf Tüchersfeld (Fränkische Schweiz)

Ein Wahrzeichen der Fränkischen Schweiz: Fachwerkhäuser drängen sich zwischen aufragende Dolomitfelsen, die als versteinerte Riffe der Jurazeit stehen geblieben sind — direkt an der B470.

Anfahrt
An der B470 im Püttlachtal zwischen Pottenstein und Behringersmühle, von der A9-Ausfahrt Pegnitz.
Motorrad-Parken
Wanderparkplatz am Ortsrand, von dort der Felsenblick zu Fuß in wenigen Minuten.
Öffnungszeiten
Felsendorf frei zugänglich; das Fränkische-Schweiz-Museum im Ort hat eigene Öffnungszeiten.
Höhe/Aussicht
Felstürme über dem Püttlachtal, markantes Fotomotiv

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