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Franken

Streckensperrungen Franken

4 gemeldete Sperrungen in Franken – mit Grund und Dauer.

Aktuell gesperrt

Strecke / StelleWas & warumBis wann
B 22 Würgauer Berg bei Scheßlitz (Landkreis Bamberg)Der rund drei Kilometer lange Anstieg ist seit Oktober 2017 an Wochenenden und Feiertagen für Motorräder gesperrt, nachdem sich dort wiederholt schwere Unfälle ereignet hatten. Die Umleitung führt über die Kreisstraße BA 30 und die Staatsstraße 2187 via Kübelstein und Zeckendorf; das Verbot entfällt, wenn die B 22 als Umleitung für die A 70 gebraucht wird. Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof lehnte 2018 einen Eilantrag dagegen ab; die Anordnung gilt seither unverändert.an Wochenenden und Feiertagen
St 2387 zwischen Zimmern und Bieswang (Pappenheim, Altmühltal)Die Auffahrt durch das Wolfstal ist für Motorräder gesperrt; die kurvige Steigung hatte viele Zweiradfahrer angezogen und mehrere Unfälle verursacht. Verstöße werden von der Polizei kontrolliert und geahndet.dauerhaft
RH 13 bei Hagsbronn (Spalt, Landkreis Roth) – Zufahrt Richtung Enderndorf am BrombachseeDie Kreisstraße ist an Wochenenden und Feiertagen für Krafträder gesperrt. Wer den Brombachsee an einem Samstag oder Sonntag anfährt, nimmt die Zufahrt über Pleinfeld oder Absberg.Samstag, Sonntag und Feiertage
St 2163 bei Muthmannsreuth (Gemeinde Hummeltal, Landkreis Bayreuth)Auf diesem Abschnitt zwischen Bayreuth und der Fränkischen Schweiz gilt ein dauerhaftes Fahrverbot für Krafträder.dauerhaft

Stand: 16.08.2026

Streckenlage

Streckenzustand in Franken: Talkurven, Kontrollen und die Sperrung am Würgauer Berg

Franken ist kein einheitliches Fahrgebiet, sondern eine Aneinanderreihung sehr unterschiedlicher Landschaften, und jede stellt andere Anforderungen an Tempo, Blickführung und Reserve. Das Herzstück für Motorradfahrer ist die Fränkische Schweiz, eine Karstlandschaft zwischen Nürnberg, Bamberg und Bayreuth. Die enge, kurvenreiche Talführung entlang von Wiesent, Püttlach, Ailsbach und Trubach macht den Reiz aus – und ist zugleich der Punkt, an dem die meisten Fehler passieren.

Motorrad fährt an der Ruine der Markuskapelle vorbei
Vorbei an der Ruine der Markuskapelle

Die zentrale Achse ist die B470. Sie folgt von Pottenstein über Behringersmühle nach Muggendorf und weiter den Windungen von Püttlach und Wiesent durch bewaldete Täler mit markanten Felstürmen. Bei Behringersmühle, einem Ortsteil von Gößweinstein, treffen mit Wiesenttal, Ailsbachtal und Püttlachtal gleich drei Täler zusammen – Kurve reiht sich an Kurve. Genau diese Dichte verleitet zum Übertreiben. Die Täler sind eng, die Sicht hinter Felsnasen oft kurz, und an schönen Wochenenden ist die Strecke voll: nicht nur mit Motorrädern, sondern mit Radfahrern, Wohnmobilen und Ausflugsverkehr. Auf den Hauptachsen Wiesenttal und Trubachtal muss man am Wochenende mit deutlich erhöhtem Aufkommen rechnen.

Streckensperrungen gehören hier zur Tourenplanung. Der Würgauer Berg auf der B22 bei Scheßlitz im Landkreis Bamberg ist seit Oktober 2017 an Wochenenden und Feiertagen für Motorräder gesperrt. Vorausgegangen war eine erschreckende Unfallbilanz: Zwischen 2007 und 2017 zählte man dort 58 Motorradunfälle mit Verletzten, drei Tote und zahlreiche Schwerverletzte. Tempolimit, Warnschilder, eine bepflanzte Kurve und die Sperrung eines Parkplatzes hatten zuvor nichts gebracht. Ein Eilantrag dagegen blieb 2018 vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof erfolglos. Wer dort durchwill, nimmt die Ausweichroute über die Kreisstraße BA 30 und die Staatsstraße 2187 via Kübelstein und Zeckendorf. Eine Übersicht der bestehenden Motorrad-Sperrungen führt unter anderem der Bundesverband der Motorradfahrer; die Regelungen werden von Zeit zu Zeit angepasst.

Auch sonst ist die Polizei in der Region präsent. Die Inspektion Ebermannstadt und die Verkehrspolizei Bamberg führen an Wochenenden verstärkt Kontrollen durch – Tempo wie Lärm stehen im Fokus. Das Verlagern auf Nebenstrecken hat das Problem nur verschoben, nicht gelöst, weshalb auch dort kontrolliert wird. Konsequenz: defensiv fahren, vorausschauend bremsen, in den Talkurven nicht über die eigene Sichtweite hinausziehen. Ein lautes Auspuffsystem ist hier nicht nur ein Imageproblem, sondern ein konkretes Risiko, kontrolliert zu werden.

Motorrad auf der Auffahrt unterhalb der Burgruine Wertheim
Auffahrt zur Burg Wertheim

Im Frankenwald im Norden zeigt sich ein anderes Bild: Die „schnelle" Frankenwald-Hochstraße bietet meist guten Asphalt und weit gezogene Kurven, während die kleinen Landstraßen enger und wechselhafter werden. Hier ist die Verkehrsdichte geringer, dafür sind die Höhenlagen wetterfühlig – nach Regen bleibt es auf schattigen Waldstücken länger feucht. Der Steigerwald im Westen ist hügelig und waldreich; die Steigerwald-Höhenstraße verläuft mit weiten Bögen über rund 70 Kilometer, verkehrsarm, aber mit Bodenwellen, die ein Bike auf schnellem Tempo unruhig machen können. Die Haßberge sind ruhiges, dünn befahrenes Burgenland; der Spessart-Rand im äußersten Westen Frankens bringt langgezogene Waldstrecken mit Wildwechsel – vor allem in der Dämmerung Vorsicht.

Grundsätzlich gilt für die ganze Region: viele Strecken führen durch Karst und Wald, das Wetter kann in den Höhenlagen rasch umschlagen, und Laub, Splitt nach dem Winter sowie nasse Stellen unter Felswänden sind die häufigsten Tücken. Wer langsam in die Kurve geht und sauber wieder herausbeschleunigt, hat in Franken den meisten Spaß bei geringstem Risiko.

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Was heute gesperrt ist, melden die Stellen selbst — die Verkehrslage des Landes und die Betreiber der Mautstraßen.

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